Kloster Nimbschen im Muldental Sachsen

Klosterruine Kloster NimbschenEtwas versteckt unter inzwischen hoch gewachsenen Bäumen liegen an der B 107 kurz hinter Grimma Richtung Colditz liegen die Reste des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters „Marienthron“. Allzuviel ist davon nicht mehr zu sehen, denn der Zahn der Zeit hat daran genagt. Welche Größe es zu seiner Blütezeit hatte, kann nur durch ein Modell dargestellt werden. 2012 wurden auf dem Gelände noch einmal Grabungen durchgeführt, in der Hoffnung, eventuell Details aus der Bau- und Lebensgeschichte des Klosters zu erhalten. Seine dazugehörigen Ländereien waren sehr groß, erstreckten sich bis an die Elbe.
Katharina von Bora (1499 – 1552) zählt mit zu den letzten Nonnen, ehe es 1536 als geistliches Anwesen aufgelöst und danach nur noch als landwirtschaftliche Einrichtung weitergeführt wurde. Die letzte Äbtissin war die Tante Katharinas, Margarethe von Haubitz, die schon seit 1509 das Amt innehatte und an der Ausbildung und Entwicklung ihrer Nichte einen wesentlichen Anteil beisteuerte. Katharina genoss hier eine umfangreiche Ausbildung in Sprachen, Gesang und Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes. Davon sollte sie später in Wittenberg profitieren. Als 16-jährige konnte sie bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt ihr Gelübde zur Nonne ablegen.
In Nimbschen hatten die Nonnen etwas außergewöhnliche Freiheiten, sie durften die Schriften Luther lesen und darüber sprechen. Der Reformator Martin Luther hielt zwar mehrfach Reden im Augustiner-Eremiten-Kloster Grimma, im Kloster Nimbschen war er aber selbst nie.

Die spektakuläre Flucht gelang ihnen Ostern 1523 mit weiteren 8 Nonnen aus Nimbschen und dem Kloster Sornzig bei Mügeln mit Hilfe des Torgauer Ratsherren Leonhard Koppe. Ihr weiteres Leben verbrachte sie vor allem im „Schwarzen Kloster“ Wittenberg, das sie mit ihrer guten Ausbildung wirtschaftlich erfolgreich führte. 1525 heiratete sie Martin Luther, Trauzeugen waren nicht nur Philipp Melanchthon, sondern auch der weltberühmte Maler Lucas Cranach d.Ä., zu denen eine intensive Freundschaft bestand.
Katharina verstarb 1552 in Torgau nach einem Unfall auf der Flucht vor der grassierenden Pest, wo sie auch bestattet wurde. Kloster Nimbschen ist durch die Reformation zu einem regelrechten Wallfahrtsort geworden, zieht alljährlich Tausende in das kleine Wäldchen an der Mulde.

Gedenktafel Kloster Nimbschen

Klosterruine Nimbschen im Herbst

Klosterruine Nimbschen im Herbst

Klosterruine von der Strasse Kloster Nimbschen

Klosterruine Nimbschen vom Park

Vorderteil Koster Nimbschen

Klosterruine Nimbschen ganz