Die Burg Stolpen in Sachsen

Haupteingang Burg StolpenWann genau die Burg Stolpen errichtet wurde, ist nicht genau belegbar, beruht mehr auf historische Schätzungen. Man geht von etwa 1100 aus. Auf jeden Fall schätzte man ihre Lage als strategisch sicher ein. Sie bildete die südliche Grenze der Markgrafschaft Meißen zum slawischen Besiedlungsgebiet, nördlich hatte diese Funktion die Burg Lastau (heute nicht mehr existent) bei Colditz. Als Baumaterial wurde der vor Ort vorhandene Basaltfels, ein äußerst robustes Lavagestein, verwendet. Auch Kurfürst August von Sachsen, ein Wettiner, hatte die strategische Bedeutung der 4-Hof-Burganlage erkannt und ließ sie aufwendig ausbauen. Die Umbauarbeiten zum Renaissance-Schloss führten nicht nur zu einer wesentlichen Erweiterung, sondern auch zu einer prächtigen Ausstattung des Schlosses. Im ältesten Teil befand sich das 2-etagige Hochschloss mit repräsentativ ausgestatteten Wohn- und Arbeitsräumen der meißnischen Bischöfe und später der sächsischen Kurfürsten.Zum gotischen Gebäudekomplex gehörten auch der Kapitels- und der 7-Spitzen-Turm. Nach 1773 stürzte das Gebäude ein. Das heutige Fürstenplateau war einst das Erdgeschoss des Schlosses.

Über eine Zugbrücke betritt man durch ein Portal mit dem das Kursächsische Wappen, den Hauptbereich der Burg, gesäumt vom Schösser- und Johannisturm. Dass die Anlage den Charakter einer Wehrburg hatte, können sie noch heute im 3.und 4. Hof erkennen. Schießscharten und in Mauernischen stehende Original-Kanonen aus dem 17. Jahrhundert erinnern daran. Als überlebenswichtig erkannten die einstigen Herrscher das Vorhandensein von Brunnen im Falle einer Belagerung. Deshalb finden wir hier auch im 4. Hof einen im 17. Jahrhundert 82 m tief in den Basaltstein abgeteuften Brunnen.

Der Johannisturm wurde nach einem Umbau der Lebensbereich der Gräfin Cosel, der bekanntesten Mätresse des Kurfürsten „August der Starke“. Nachdem sie bei ihm in Ungnade gefallen war, forderte er von Preußen deren Auslieferung, um weitere blamable Veröffentlichung seines ausschweifenden Lebens zu verhindern. Seiner Forderung wurde stattgegeben und so ließ er sie, die er 10 Jahre zuvor selbst in den Stand einer Reichsgräfin erhoben hatte, am Heiligen Abend 1716 nach Burg Stolpen verbannen. Dort verbrachte sie im heute nach ihr benannten Coselturm 48 Jahre ihres Lebens, bevor sie am 31. 3.1765 verstarb.

Die Burg wurde inzwischen einer umfangreichen Restaurierung unterzogen. Größere Räumlichkeiten werden als Ausstellungsräume genutzt. In vorderen Gebäuden sehen sie an einem Modell sowohl die Wichtigkeit der Wasserversorgung, mittelalterliche Folterwerkzeuge, als auch historische Technik der Brandbekämpfung.  

Anschrift

Burg Stolpen
01833 Stolpen
Schlossstrasse 10

035973 / 2341-0

Burgtor Burg Stolpen

Tor zum Innenhof 3 Burg Stolpen

Johannis und Schlösserturm Burg Stolpen

Johannis ( Cosel) Turm

Johannis und Steuigerturm

Alte Feuerwehrtechnik Burg Stolpen

Stolpener Basaltgestein Burg Stolpen

Kanonen Burg Stolpen