Die Burg Kriebstein in Sachsen

Brurg Kriebstein Ansicht über das Tal
Mit dem Prädikat „die schönste Ritterburg Sachsens“ schmückt sich nicht zu Unrecht dieses imposante Bauwerk. Auf einem Felssporn ragt sie über die Zschopau und bildet damit vom anderen Ufer ein einzigartiges Fotomotiv. Nur wenige Kilometer flussaufwärts überspannt eine 14 m hohe Staumauer der Talsperre Kriebstein die Felsschlucht.
Obwohl die Burg Kriebstein nicht zu den ältesten unserer Gegend gehört, beherbergt sie eine Fülle historischer Kostbarkeiten. Ihr Bau geht nachweislich auf 1384 zurück, war Wohn- und Herrschaftssitz derer von Beerwalde. Anfangs bestand sie nur aus dem 45 m hohen Wohnturm, der Kapelle und der Ringmauer mit Torhaus. An den Wänden der Kapelle ist erkennbar, dass die Burg auf nackten Felsen gebaut wurde. Die von etwa 1410 stammenden Malereien überdecken den Stein. Über dem Altar wird die Kreuzigung Jesu dargestellt, an den Wänden Drachentöter Georg, St. Martin und andere wichtige kirchliche Persönlichkeiten. Alles überlebte auch die Wirren der Reformation. Die spätmittelalterlichen Türmchen auf den Erkern machen sie unverwechselbar. Überall in der Burg sind Elemente aus dem heimischen Rochlitzer Porphyr zu finden.
1465 erwarb Hugold III. von Schleinitz die Burg und begann mit umfangreichen Um- und Erweiterungsbauarbeiten. Hier zeigen sich auch seine Beziehungen zu Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht, deren Obermarschall er war. Er konnte Arnold von Westfalen, den Baumeister der Meißener Albrechtsburg beauftragen, seine Umbauarbeiten zu leiten. Die Burg erweiterte dadurch ihre Größe und Ausstattung. Die letzten wesentlichen Erweiterungen fanden Ende des 17. Jahrhunderts durch den Besitzwechsel zur Familie von Schönberg statt. Es ist das sich uns heute präsentierende Bild. Die Eigentumsverhältnisse änderten sich 1825 nach einem Verkauf an Hanscarl von Arnim noch einmal, wo sie bis zur Bodenreform 1945 verblieben.
Nach 1990 kehrten einige Stücke des Inventars wieder in die Burg zurück, geben dem Besucher ein eindrucksvolles Bild. Eine Reihe der Zimmer sind stilgerecht mit Möbeln aus den verschiedensten Epochen eingerichtet. Wechselnde Ausstellungen interessanter Themen machen die Burg interessanter, es nicht nur bei einem einmaligen Besuch zu belassen.

Doch was wäre ein so historisches Gemäuer, hätte es nicht auch eine lustige Geschichtezu bieten. Zur Fastnacht 1415 kam es im Weinkeller der Burg zu einer üppigen Zecherei. Zu vorgerückter Stunde warf der Gast Dietrich von Staupitz aber die eigentlichen Burgherren zu den Toren hinaus. Es kam daraufhin zu einer langen Belagerung der Burg. Nach zähen Verhandlungen einigte man sich, dass die Frauen derer von Staupitz die Burg verlassen dürften, aber nur mit dem, „was sie auf dem Leibe tragen konnten“. Sie verließen mit ihren Männern auf dem Rücken die Burg. Lassen Sie sich diese lustige Geschichte einmal vor Ort erzählen.  

Anschrift

Burg Kriebstein
09648 Kriebstein
Kriebsteiner Strasse 7

034327 / 95222

Luftbild Burg Kriebstein

Burg Kriebstein mit Wehr

Burg Kriebstein über die Zschopau

Kapelle mit Altar Burg Kriebstein

Weinkeller Burg Kriebstein

Trausaal Burg Kriebstein

Waffen Ausstellung Burg Kriebstein