Wasserschloss Podelwitz in Sachsen

Luftbild Wasserschloss
Direkt an der Freiberger Mulde gelegen, lädt uns das Wasserschloss Podelwitz zu einem Besuch ein. Sein genaues Alter konnte bisher nicht belegt werden. Erstmals taucht der Name in einem Schriftstück von 1487 auf, als sich der in finanzielle Schwierigkeiten gekommene Besitzer, der Herr von Schellenberg, bei den frommen Brüdern von Colditz 200 Gulden leihen musste. Es fungierte auch immer in einer Kombination als Rittergut, denn das tägliche Leben und die Kosten für Unterhaltung und Ausbau des gesamten Besitztums mussten ja erwirtschaftet werden. Dies ging nicht immer glatt, 1691 gelangte es dadurch per Kauf in die Hände der Familie Rechenberg. Es begannen wesentliche An- und Umbauarbeiten. Während der Altbau auf Eichenpfählen ruht, wurde der Anbau auf Fundamente gesetzt. Selbst der Eingang wurde verlegt, die im Erdgeschoss befindlichen Räume erhielten aufwendige Verzierungen, von italienischen Meistern gestaltete Decken mit Stuckelementen. Mit den aufwendigen Bauarbeiten hatten sich die Rechenbergs offensichtlich übernommen, mussten es 1693 an Moritz von Ankelmann weiterverkaufen. Durch die kinderlosen Nachkommen ging es an die   verwandte Auguste Freiin von Reiswitz über. Der Name „Wasserschloss“ ist allerdings nicht exakt zutreffend. Der vor allem seitlich und auf der Rückseite zu sehende Graben war früher nicht mit Wasser gefüllt. Er diente mit seinen Brücken nur als eine Zierde des schön angelegten Schlossgartens. Bei Hochwassern kann es passieren, dass er sich mit Wasser füllt, entleert sich aber selbstständig wieder, wenn der Wasserspiegel der Mulde sinkt. Der letzte Besitzer, Wenzel Freiherr von Reiswitz, wurde 1945 durch die Bodenreform enteignet. Dazu gehörten inzwischen auch das Collmener Rittergut und riesige Flächen an Ackerland und Wald. Nach der Bodenreform wurde das ganze Anwesen landwirtschaftlich, später durch eine LPG genutzt. Die umfangreichen Nebengebäude, sowohl in Podelwitz , als auch in Collmen , verfielen und mussten nach und nach abgerissen werden. Die einstige Größe dieser Rittergüter mit Schloss ist heute nicht mehr erkennbar. 1997 weilte der einstige Schlossherr letztmalig in Podelwitz, besichtigte Schloss samt Umfeld. Bei einem Tässchen Kaffee in den Heimatstuben der Familie Knochenmuß traf er auch einen alten Bekannten wieder, den Sohn seines ehemaligen Schlossgärtners, der damals im heute so hübsch hergerichteten kleinen Wasserschloss wohnte, einem wohl außergewöhnlichen Gesindehaus. Er besuchte die  Collmener Kirche, in der er eine eigene Loge im Altarraum besaß. Seine Familiengruft auf dem Friedhof wird heute bei Beerdigungen als Abschiedshalle genutzt, die Gruft hat man schon vor Jahren verschlossen. Sein Wunsch, in seiner Heimat bestattet zu werden, ging zwar in Erfüllung, doch seine Urne musste nach seinem Tod 2002 außerhalb der Halle beigesetzt werden. Heute ist das Schloss in den Tourismusverkehr eingebunden. Hier kreuzen sich 2 Radwanderwege und es ist zugleich Rastplatz für Wasserwanderer auf der Freiberger Mulde .

Kleines Schloss mit Kutsche

Anschrift

Schloss Podelwitz
Schlossgewölbe

Podelwitz
04680 Colditz
Am Schloss 4

034381 / 124600
E-Mail senden
www.schloss-podelwitz.de

Schloss Podelwitz
Heimatstuben
Fam. M. Knochenmuß

Podelwitz
04680 Colditz
Am Schloss 4

034381 / 40815

Luftbild Wasserschloss

Schlossblick von Maa schwitz Schloss

Schloss im Frühling

Park mit Rosen Schloss

Hof mit Restauran Schloss

Schloss über die Mulde

Schloss Rückfront

Die Heimatstube Schloss