 Wer einen kleinen Abstecher aus dem Zweimuldenland machen möchte, kann sich einmal in Richtung Wermsdorf begeben. Die außerordentlich reiche Landschaft an Wald und Wasser wusste schon vor Jahrhunderten der Adel zu schätzen. Es ist sicher einer der Gründe, warum man teilweise das höfische Leben aus der Residenzstadt Dresden auf das Land verlegte. Das Jagen brauchte man nicht zur Lebenserhaltung, sondern es diente ausgesprochen dem überschwänglichen Leben des sächsischen Hofstaates. Bereits 1608 wurde das an der alten Strasse von Grimma nach Oschatz befindliche Jagdschloss Wermsdorf errichtet, wenige Jahre später (1617 - 1626) bereits aber schon wieder unter Kurfürst Georg I. im Stil der Deutschen Renaissance um und ausgebaut. Es hat eine wechselhafte Geschichte durch, wie so viele Herrschaftssitze im Lande. Kriege verschonten die so prunkvoll errichteten Anlagen selten. Um so erstaunlicher, dass sich stets wieder jemand fand, der sie erneut aufbaute.
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1698, während der Regentschaft August des Starken, wurde das Jagdschloss Egon von Fürstenberg übertragen, nach dessen frühem Tod ging es aber wieder zurück in den einstigen Besitz. Heute wird das Jagdschloss für kommunale Zwecke genutzt. In ihm sind das Gemeindeamt, verschiedene archivale Räume beheimatet, aber auch für das Ja-Wort im feierlichen Ambiente ist das Jagdschloß bekannt.
Nach dem Wiederbesitz hatte sich August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen entschlossen, ein prunkvolleres Ensemble zu errichten. 1721 wurde mit dem Bau der Hubertusburg in Wermsdorf, in unmittelbarer Nähe des bereits bestehenden Jagdschlosses begonnen. Bereits drei Jahre später war ein wesentlicher Teil fertiggestellt. Hier entstand eine traumhafte Schlossanlage im sächsischen Spätbarockstil, die in der Rangliste europäischer Schlösser ganz oben steht. Das prunkvollste Element bildete das Hauptpalais mit seinem vorgewölbten Mittelteil. Das sächsisch-polnische Wappen mit den Initialen A&R (Augustus Rex) bezeugen, über welches riesige Reich August der Starke herrschte.
Sie benutzen einen Werbeblocker! Unsere Seite finanziert sich aber aus dieser Werbung, wenn alle so handeln wird es diese Seite bald nicht mehr geben! Das Leben bei Hofe muß ausserordentlich reizvoll gewesen sein, schon allein der Blick aus dem Schlossgelände auf die zauberhafte Landschaft mit seinen Wäldern und Seen war ein unvergessliches Erlebnis. Das Schloss Hubertusburg wurde in den vergangenen Jahrzehnten als medizinische Einrichtung genutzt. Leider wurde nicht genug Geld bereitgestellt, die Gebäude in ihrem alten Glanz zu erhalten. Nach der Wiedervereinigung wurde damit begonnen, den prunkvollen Zustand des kulturell so bedeutenden Anwesens wieder herzustellen. Derzeit ist an vielen Objekten der Schlossanlage eine rege Bautätigkeit zu beobachten, aber auch Besucher werden dafür Verständnis aufbringen und sich vorstellen, was für ein Prunkstück hier in der Wiedergeburt zu sein scheint. Die Restaurierungsarbeiten gehen weiter und so fallen sicher einem interessierten Betrachter die fortschreitenden Ergebnisse auf. Von Mutzschen kommend zeigt sich die Hubertusburg immer mehr von ihrer schöneren Seite.
Wer sich bei schönem Wetter erholen möchte, kann dies auch auf dem Wasser genießen. Der Horstsee ist eine viel besuchte touristische Attraktion.
Es ist ein Magnet für alle Altersschichten, denn sowohl das Wandern um die Seenlandschaft, als auch die Erholungsmöglichkeiten auf oder im Wasser sind vorzüglich. Wermsdorf hat auch reichlich Gastronomie am Ort, sodaß Hunger oder Durst leiden zu müssen, kaum vorkommen dürfte. Die Erreichbarkeit von Wermsdorf ist über die BAB A14, Abfahrt Mutzschen, problemlos möglich. Die Wegstrecke beträgt rund 10 Kilometer. Aber auch vom Zweimuldenland aus ist sie schnell und selbst mit dem Fahrrad erreichbar, ein empfehlenswerter Ausflug. Es war ein langer, aber bestimmt ein schöner Tag für Sie im Zweimuldenland. |