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Colditzer Kirchen |

Die Nikolaikirche Colditz gilt als die älteste der zur Zeit insgesamt vier Kirchen der Stadt Colditz. Sie befindet sich auf dem städtischen Friedhof und wird meist für die Verabschiedung Verstorbener genutzt. Während der kalten Jahreszeit finden in der Kirche auch Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen statt.
Den Bau dieser Kirche führt man in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts zurück. Sie sei ein Ersatzbau für eine breits bestehende Kirche in der heutigen Nikolaistraße, die doch immer wieder von Hochwassern heimgesucht wurde. Der romanische Bau wurde nur durch wenige Veränderungen ergänzt, so durch ein Tor an der Westseite, eine Empore von 1571, sowie Altar und Kanzel.




Auf dem 2. Hof vom Schloss Colditz befindet sich eine weitere Kirche. Sie wurde einst mehr von den Schloßherrschaften genutzt. Obwohl sie äußerlich bereits im Zuge der Schloßsanierung wieder in Ordnung gebracht wurde, ist sie im Inneren nur zur Besichtigung des dort zu sehenden Fluchttunnels des Oflag IV C zu betreten.
Das Portal der Schloßkirche aus dem heimischen Rochlitzer Porphyr geschaffen, wurde auch in der Nutzungszeit als Gefangenenlager während des 2. Weltkrieges gern als Fotomotiv genommen. Sogar 1941 wurde die weihnachtliche Stimmung mit diesem Motiv festgehalten. Im Vergleich zwischen heutigem Foto und der Zeichnung ist aber das Fehlen von Figuren in der Toreinfassung auffällig. Sie wurden im Zuge der Restaurierung sichergestellt und in einem Nebenraum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine der Figuren wurde aber auch verändert.


Auch heute noch ist es zu vielen kulturellen Verantaltung ein optimaler Hintergrund. Das Innere der Kirche muss erst noch restauriert werden. Dennoch hat es einen interessanten geschichtlichen Wert. Den Altar der Kirche schmückte einst ein Bild von Lukas Cranach dem Jüngeren - es wurde 1584 übergeben. Nach einer langen Odyssee über Privatbesitz ist es nun im Germanischen Museum in Nürnberg gelandet.




Die größte Kirche der Stadt Colditz ist die Egidienkirche (Aegidius).

Sie liegt in unmittelbarer Schloßnähe und wird daher als Stadtkirche betrachtet. Erstmalig wurde sie 1286 urkundlich erwähnt. Durch einen Brand von Hussiten verursacht wurde die Kirche 1430 zerstört. Geschichtlich markant ist auch der 1598 von Kurfürstin Sophie gestiftete Hochaltar.

Das Stadtbild prägt die Kirche von eh und je. Als geschätzte Persönlichkeit gilt auch Luthers Freund, der 1483 in Colditz geborene und hier die Schule besuchende Wenceslaus Linck. Nach seinen Studien in Leipzig und Wittenberg wirkte er prägend im damaligen Kirchensystem.
Ein festliches Ereignis in jüngster Zeit war das 500-jährige Jubiläum der Glocken. Es wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dezember 2005 feierlich in der Kirche begangen.
Neben den Veranstaltungen im laufenden Kirchenjahr wird das Gotteshaus auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Zu den Colditzer Kirchen gehört auch die des Ortsteiles Lastau. Der kleine Ort auf der Anhöhe konnte schon sein 1025-jähriges Gemeindejubiläum feiern. Die St.-Marien-Kirche ist der Mittelpunkt des Dorfes und hat erfreulicher Weise noch eine intakte Kirchgemeinde. Regelmäßig finden die zum Kirchenjahr gehörigen Gottesdienste statt.
Die Taufe gehört dabei zu den freudígen Ereignissen im Kirchenjahr. |
| letzte Aktualisierung: 2.04.2010 10:57 Uhr |
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